20.11.2020 – Am Donnerstagnachmittag, den 19.11.2020, kam es in der Anschluss- und Obdachlosenunterkunft in Gerbertshaus zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Bewohnern. Dabei verletzte der mutmaßliche Täter mit einem Messer sein Opfer schwer. Das Opfer wurde umgehend in eine Klinik gebracht und ist außer Lebensgefahr. Die Kriminalpolizeidirektion ermittelt wegen Verdachts des versuchten Totschlags. Der 30-jährige Tatverdächtige wurde kurz nach der Tat festgenommen.
Als Vertreter der Gemeinde Meckenbeuren waren zunächst die Leiterin des Ordnungsamtes, die Sozialarbeiterin und der Hausmeister vor Ort, später kam die Bürgermeisterin dazu. Ein Bewohner wurde von der Gemeinde vorübergehend in eine Notunterkunft gebracht.
In dem Gebäude sind insgesamt 14 Geflüchtete und Obdachlose untergebracht. Für die Unterhaltung der Unterkunft ist seit dem 1.8.2019 die Gemeinde zuständig. Der Tatverdächtige und das Opfer leben seit der Übernahme dort. Bisher war der Tatverdächtige als ruhiger Charakter bekannt. In den letzten Wochen gab es allerdings Konflikte mit zwei Bewohnern, darunter das Opfer, bei denen das Ordnungsamt und das Amt für Soziales vermittelten und Unterstützung anboten. Die Unstimmigkeiten zwischen Tatverdächtigem und Opfer deuteten bisher nicht auf diese Gewalttat hin.
Bürgermeisterin Elisabeth Kugel: „Ich bin sehr froh, dass das Opfer außer Lebensgefahr ist. Streitigkeiten in Obdachlosen- und Anschlussunterkünften können leider immer wieder vorkommen. Die Gemeinde tut ihr Möglichstes, um in solchen Fällen zu vermitteln.“ Das enge Zusammenleben, psychische Anspannung, kulturelle Unterschiede und ein ungeregelter Tagesablauf belaste die Bewohner häufig schwer und führe schnell zu Auseinandersetzungen. In der Unterkunft in Gerbertshaus gebe es aber auch viele positive Beispiele; einige der Bewohner gingen einer Arbeit oder Ausbildung nach.
Am Tag nach der Tat suchten Mitarbeiterinnen der Verwaltung das Gespräch mit den Bewohnern der Unterkunft in Gerbertshaus und boten ihre Unterstützung an. Sie berichteten, dass es allen soweit gut ginge.
20. November 2020 von Lisa Heinemann